Archiv für den Monat: August 2014

Buchbesprechung: Himmelsfotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera

von Stefan Seip

Auflage: 2.
Erscheinungsjahr: 2014
Ausführung: kartoniert
Seiten: 163

Wer eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) besitzt, kommt schnell auf die Idee, diese auch für Nachtaufnahmen und Aufnahmen des Himmels einzusetzen. Mit leistungsfähigen modernen Kameras gelingen schnell gute Aufnahmen, vor allem, wenn Sie vorher eine gute Anleitung zu Rate ziehen. Stefan Seip, international als guter Astronomie- und Naturfotograf bekannt, liefert hier eine grundlegende Anleitung für die Erstellung der Fotos aber auch für deren nachträgliche Bearbeitung.

h2006feDie ersten vier Abschnitte des Buches beschreiben jeweils eine bestimmte Art, Fotos des nächtlichen Himmels zu bekommen. Wenn Sie diese Abschnitte nacheinander durcharbeiten, gelangen Sie von den einfachen Schritten zu den komplizierten. Einfach und kompliziert bezieht sich nicht nur auf die notwendigen Arbeitsschritte, sondern auch auf die notwendige Ausrüstung. Am Anfang steht die Kamera auf dem Stativ, also eine Ausrüstungskombination, die nahezu jeder ambitionierte Fotograf zur Verfügung hat. Am Ende stehen lange Belichtungen durch ein astronomisches Teleskop, bei denen neben der eigentlichen DSLR ein vollständiges Teleskop und diverse Zubehörteile benötigt werden. Als zwei mögliche weitere Ausrüstungskombinationen beschreibt Seip die Verwendung der DSLR auf einer Astro-Montierung und die Nutzung des astronomischen Teleskops als Teleobjektiv.

M101_20Da_45_6h18_2Alle vier Arten der Fotografie werden zunächst mit ihren Grundlagen vorgestellt. Sie erfahren, wie die Ausrüstung genau aussehen muss, welche Probleme Sie erwarten können und welche Ergebnisse Sie erzielen können. Den Hauptteil der Abschnitte machen jedoch immer geeignete Motive aus. Zu jedem Motiv gibt es ein gutes Beispielbild, eine ausführliche Beschreibung und die Aufnahmedaten. Vor allem die Angaben zur genutzten Kamera, der verwendeten Optik und der eingestellten Blende, Belichtungszeit und Empfindlichkeit sind sehr wertvoll, um die Ergebnisse selber nachvollziehen zu können. So erkennen Sie, dass es auch mit einfacher Ausrüstung möglich ist, schöne Fotos von Finsternissen, Halos oder Planetenkonstellationen vor Landschaften zu machen. Für manchen dürfte ebenfalls erstaunlich sein, dass man Sternhaufen, Gasnebel und manche Galaxien bereits mit einem guten Teleobjektiv auf einer astronomischen Montierung fotografieren kann. Spätestens beim Abschnitt zu langen Belichtungen durch das Teleskop finden sich dann die „klassischen“ Motive der Astrofotografie wieder.

Das letzte Drittel des Buches befasst sich dann mit den notwendigen Aufnahmetechniken und vor allem mit der Bildbearbeitung. Einen Großteil des Weges zu einem guten und gelungenen Bild legen Sie heute nicht mehr an der Kamera, sondern am Computer zurück. Dem Autor gelingt es mit diesem Buch, Ihnen zu zeigen, wie die Wahl der Ausrüstung und des Motivs, die Durchführung der Fotografie und die nachträgliche Bearbeitung der Bilddaten ineinander greifen und zu einem guten Ergebnis führen.

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